Mittwoch, 7. Januar 2015

Rezension Lost Control

 
Autorin: Melanie Rush
Sieben Verlag
250 Seiten
Ebook: 6,99€
Printversion: 12,90€
 
Erster Satz: Die Hitze des Tages hatte sich langsam verflüchtigt und eine laue Brise blies vom Wasser herauf."
Ich bin ein kleiner Romantiker und ich freue mich immer wieder, wenn ich in Büchern das Kribbeln spüre und mitfiebern kann. Nicht allein die Spannung ist für ein Gefühlschaos verantwortlich, sondern die Charaktere, die sorgsam gestaltet sein müssen, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Das Buch ist mir bereits durch den Verlag positiv aufgefallen und so stand es außer Frage, dass mich meine Neugierde gepackt hatte und nicht mehr losließ. Ich fragte bei der Autorin nach einem Rezensionsexemplar und seit dem, halte ich dieses Buch in Ehren.

Cover

Ich muss wohl nicht betonen, dass alle Cover des Verlages eine wahre Augenweide sind. Hierfür vergebe ich 1 von 1 Stern für eine detailreiche Gestaltung, passend zum Inhalt.

Charaktere

Eigentlich bin ich jemand, der ständig von den Protagonistinnen genervt ist. Fragt mich nicht warum. Bei Ria war dies allerdings nicht der Fall. Im Gegenteil, ich fand ihre Mischung aus zurückhaltender Frau, die einem sexy Partner verfällt und der taffen Polizistin, sehr interessant und schloss sie somit recht schnell ins Herz. Noch vor Cam, dem zweiten Prota, verliebte ich mich in Dean. Die Szene bei der Rettungsaktion war einfach nur genial beschrieben und somit stieg er sofort zu meinen Favoriten auf. Cam hingegen ließ mich anfangs etwas kalt, auch wenn er sich sehr viel Mühe gab. Während Ria ihre Begierde recht dezent beschrieb, kam mir Cam wie ein Schwanzgesteuerter Mann vor, der sie bereits nach den ersten Minuten vernaschen wollte, was er ja aber nicht durfte, da er sie für sich gewinnen wollte. Ein Zwiespalt, der sich allerdings im Verlauf des Buches löste und mich nicht weiter beschäftigte. Die Einblicke in das Leben der SEALs, ihre Einsätze und Spitznamen waren ganz gut ausgearbeitet. Irgendwie wurde ich immer wieder an bekannte Seals aus irgendwelchen Serien erinnert, aber es ist ja nicht falsch, wenn sich eine Autorin daran orientiert. Im Gegenteil, so hatte ich sofort ein genaues Bild vor Augen, auch wenn es sich später nicht bewahrheitete, weil sie eben nur den Namen und nicht den Charakter teilten.

Ich vergebe für die Ausarbeitung der Protagonisten 1 von 1 Stern.

Schreibstil

Ich war von der ersten Seite an gefesselt von diesem Stil. Zu Beginn war er flüssig und einfach gehalten. Und während ich mich so darüber freute, dass mir das Lesen Spaß bereitete, musste ich mich arg über das Lektorat des Verlages ärgern. Der Sieben Verlag ist angesehen genug, um solche kleinen, unangenehmen Schnitzer zu beheben. An dieser Stelle tut es mir für die Autorin leid, denn hätte man mehr Synonyme genutzt, wäre das Buch um Längen flüssiger zu lesen gewesen. So stolperte ich hin und wieder über eine Anhäufung an Wörtern und musste zuweilen leider den Kopf schütteln.

Beispiele: ( Printversion )
Seite 64
Aber vielleicht wusste er es nur gut zu verbergen, weil er nicht wusste, mit wem er es zu tun hatte."
Seite 74
Ria sah besorgt zu Cam auf, beantwortete dem Wachmann aber seine besorgte Frage."
Seite 60
Wurde insgesamt 5 Mal das Wort Lippen" verwendet. Da fehlten mir einfach die Synonyme.
Seite 59
Sie blinzelte, als er ihr näher kam und dabei die unsichtbare Grenze ihres persönlichen Grenzbereichs ganz offensichtlich durchschnitt."

Hierfür möchte ich mein Wort explizit an den Verlag richten. Denn Autoren sind ja bekanntlich Berufsblind, weshalb ich hoffe, dass die Autorin, diesen Punkt nicht allzu kritisch betrachtet.

Ich vergebe 1/2 von 1 Stern.

Idee

Zu Beginn dachte ich noch: Neuer Partner und nach fünf Minuten ist es bereits Liebe. Ich bin diesem Genre zumeist etwas negativ eingestellt, aber das Buch konnte meine Meinung durchaus ändern. Die Verknüpfungen der Ereignisse waren interessant und meines Erachtens gut ausgearbeitet, auch wenn der Mörder recht schnell gefasst wurde. Seine Worte, die er beim Verhör an Ria richtet, bringen wieder Schwung in die Geschichte und schon bald, fragt man sich, welche Wendung einen erwartet. Ich habe es nicht kommen sehen. Außerdem fand ich die Sichtweise des Mörders sehr gut geschildert. Immer wenn er eine Szene durchlebte und den handelnden Akteuren dermaßen nahe war, ertappte ich mich selbst dabei, wie ich die Luft anhielt und gespannt weiterlas.

Ich vergebe 1 von 1 Punkt.

Spannung

Ich bin jemand der Aktion an jeder Ecke braucht. Es muss mich fesseln und das nicht allein durch einen guten Stil. Ich brauche mehr als eine geniale Szene am Ende. Soweit ich gezählt habe, hatte das gesamte Buch leider nur 2-3 Spannungshöhepunkte. Da hätte meines Erachtens noch ein bisschen mehr sein können. Die Ideen dazu waren gewiss vorhanden und es hätte durchaus auch ein paar Seiten länger sein dürfen.

Ich vergebe 1/2 von 1 Stern.

Fazit: Lost Control gehört zu einer leichten Lektüre, die ihre Ecken und Kanten besitzt, aber definitiv überrascht. Ich hatte ein paar schöne Stunden und genoss den seichten Stil. Ich freue mich bereits auf eine Fortsetzung, welche der Epilog erahnen lässt. Ich wünsche der Autorin viel Glück und Erfolg für die Zukunft mit ihren Werken und würde mich freuen, mehr von ihr zu hören / lesen.

Alles in allem macht das sehr gute 4 von 5 Sternen für Lost Control.
 
 

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