Mittwoch, 29. August 2012

Total Recall

 
 
Inhalt:

2084 ist die Welt kaum noch bewohnbar, dank eines Weltkrieges der durch Chemiewaffen entschieden wurde. Übriggeblieben sind Großbritannien als United Federation und Australien, was man nur als „die Kolonie“ bezeichnet. Die Kolonie wird von der Federation unterdrückt und viele Menschen leben im Elend. Nur mit Hilfe des so genannten „Falls“, einem Transportmittel was durch die Erde auf die andere Seite gelangt, ist es den Menschen möglich sich eine Arbeit in der Federation zu suchen. Auch der Fabrikarbeiter Douglas Quaid ( Colin Farrell ) muss jeden Tag pendeln um seiner Arbeit nachgehen zu können. Er scheint von Beginn an unzufrieden mit seinem Leben, wünscht es sich etwas aufregender und spielt mit dem Gedanken zu der Firma „Recall“ zu gehen. Das Gehirn wird manipuliert und man pflanzt Erinnerungen ein, die sich der Besucher wünscht. Neben einem Leben als Spion, kann man sich auch eine geheime Geliebte zulegen. Nur eine Regel muss man dringend beachten: Nichts von dem, darf bereits in der Realität existieren. Als Douglas sich der Prozedur unterzieht, ahnt er noch nicht welche Folgen das für ihn haben könnte. Der Vorgang wird abgebrochen, Douglas´ Wunsch stellt sich als Wahrheit heraus und plötzlich beginnt sein Leben von Neuem als gesuchter Verbrecher und Geheimagent.
 
 
Anrückende Sicherheitskräfte versuchen ihn festzunehmen und aus einem Reflex heraus bringt er sie alle um und vertraut seinem Instinkt.
 
 
Er weiß nicht ob sie ihn töten oder verschleppen wollen. Langsam kommen hilfreiche Erinnerungen zurück, die er einst vergessen hatte. Sein altes Leben taucht mehr und mehr vor seinen Augen auf und wird zu einem Grauen dem er entgegensehen muss. Ausgerechnet seine Frau Lori ( Kate Beckinsale ) wird zu seiner tödlichsten Feindin. Ihr schenkte er sein Herz, heiratete sie und konnte nicht im Geringsten damit rechnen, dass sie versuchen würde ihn umzubringen, weil alles nur Schein war.
 


Ihm gelingt es vor ihr und den Sicherheitskräften zu fliehen. Melina ( Jessica Biel ), die Frau von der einst stets träumte, rettet ihn vor den Gefahren denen er sich nicht allein stellen kann. Er findet heraus, dass er als Karl Hauser zu den besten Spionen zählte, sich jedoch irgendwann gegen seine eigenen Leute wendete. Um ihn zu bekehren und erneut zu einer Waffe zu machen, stahlen sie ihm die Erinnerungen und gaukelten ihm vor, dass er ein normaler Arbeiter sei, der in einer heruntergekommen Wohnung hausen würde. Melina erklärt ihm wie ernst die Situation ist und das ihnen wenig Zeit bleibt.
 
 
Da die Erde unbewohnbar ist und sich die Federation vergrößern möchte wegen der steigenden Populationszahlen, haben sie sich einen schrecklichen Plan ausgedacht. Sie wollen alle in der Kolonie töten und so Platz für ihre eigenen Leute schaffen. Douglas und Melina stürzen sich in eine Welt aus Verrat, Täuschung und Elend. Ob sie bestehen können und es schaffen die Kolonie zu retten, erfahrt ihr im Kino.
 


Einschätzung:
 
Ich bin kein großer Science Fiction – Fan und doch konnte mich der Film überzeugen. Verrat, Täuschung und Action waren drei Begriffe die der Regisseur groß geschrieben hatte. Die Idee fand ich ganz interessant, die Fachbegriffe und Darstellung sehr detailliert. Man konnte sich gut in die Welt hineindenken. Ich erlebte wie die Menschen in der Kolonie durch Armut zu Grunde gingen und sich teilweise mit den selben Problemen herumschlagen mussten, wie wir es auch heute tun.

Ich muss zugeben ich war kurz ein wenig irritiert und verwirrt, als Douglas zu Recall ging, um seine Erinnerungen zu „verbessern“. Sie hatten nicht einmal begonnen und schon war er das, was er sich gewünscht hatte. Woher wussten die Mitarbeiter der Firma, dass er sie anlog? Eine Frage die leider nicht geklärt wurde. Ansonsten versuchte der Regisseur wohl genau das zu erreichen: Die Verwirrung des Zuschauers. Es gab eine Szene wo alle im Kino das Gleiche dachten und an sich zweifelten. Ist es real oder doch nicht? Spielen sie uns nur etwas vor oder erzählen sie die Wahrheit? Umso spannender wurde es, wenn man falsch mit der eigenen Vermutung lag. Den Überraschungseffekt hatten die Charaktere auf ihrer Seite. Dabei haben mich vor allem die drei Protagonisten begeistert.

Colin Farrell spielte Douglas Quaid alis Karl Hauser und man musste ihn einfach lieb gewinnen. Sein Hundeblick, der schüchtern und ängstlich wirkt und seine Körpersprache die offenbart, dass er sich für Melina in den Tod stürzen würde. Obwohl alle seinen Charakter Karl Hauser hoch lobten als wäre er 007 persönlich, machte der gute Douglas auf mich gar nicht den Eindruck, dass er grausam morden könnte. Es war wohl die gespaltene Persönlichkeit die eine Herausforderung für den Schauspieler darstellte und ich kann ohne Bedenken sagen, dass er diese sehr gut gemeistert hat.
 

Jessica Biel spielte Melina und wirkte anfangs etwas distanziert und verzweifelt. Ihre Handlungen war nicht logisch nachvollziehbar, doch sie konnte sich wehren sobald ihr jemand zu nahe kam. Ihre Verletzung über den möglichen Verrat von Douglas machte ihre Figur lebendiger. Ab diesem Zeitpunkt steigerte sich die Schauspielerin und ihr Charakter wurde zu einer aufsetzigen Kämpferin, die auch ihren Helden beschützen könnte.

 
 
Kate Beckinsale spielte Lori Quaid und stahl den anderen beiden beinahe die Show. Ein solches Biest habe ich schon lange nicht mehr so perfekt erlebt. Ihre Schönheit nutzte sie um den Schein aufrechtzuerhalten. Ihre Mimik und Gestik ließen keine Fehler zu und man hätte sie im Kino am liebsten erwürgt, nur um ihre miesen Spielchen zu beenden.
 

Eine gute Leistung. Doch ich hatte von Kate auch nichts anderes erwartet, denn sie war schon in etlichen anderen Filmen überzeugend: VanHelsing, Underworld & Pearl Harbor.
Ansonsten ist der Film durchzogen von Momenten in denen Humor genutzt wurde, der uns oft zum Schmunzeln brachte.
 
 Die Kameraführung war grandios, genau wie die Effekte. Ich mochte die Welt die Len Wiseman erschaffen hatte und hasste zugleich was die Menschen daraus machten. Eine wundervolle Geschichte die es Wert war erzählt zu werden.
Nur das Ende störte mich ein wenig. Es wirkte abgehackt und all jene die ein typisches Happy End mit einem Kuss des verliebten Pärchens erwarteten, wurden leider enttäuscht. Denn bevor sich ihre Lippen berühren konnten, wurde abgeblendet.
Ansonsten war der Movie sehr unterhaltsam. Ein Film den ich mir gerne noch einmal ansehen werde.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen und wünsche allen im Kino viel Fun. Denn „Total Recall“ hat noch einen Vorteil, er ist im Vergleich zu den 3D Filmen ein Movie fürs „kleine“ Geld und auch ohne eine wackelnde Brille auf der Nase, macht es Spaß auf die Leinwand zu sehen.
 

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