Mittwoch, 11. April 2012

Jeanine Krock

Welches war Ihr erstes veröffentlichtes Buch und wie fühlten Sie sich, als Sie
den Vertrag in Ihren Händen halten konnten?

 Das erste Buch heißt „Wege in die Dunkelheit“ und als ich den Vertrag in den
Händen hielt, hatte ich erst einmal Panik, weil ich keine Ahnung vom
Buchgeschäft hatte und überhaupt nicht wusste worauf ich mich da einlasse.
Inzwischen habe ich zum Glück eine Agentur, die sich um diese Dinge kümmert.


Wie sind Sie zum Schreiben gekommen und wie alt waren Sie da?

Schuld an meinem ersten Buch tragen ein Pferd und der ziemlich harte
holsteinische Boden. Da war ich Anfang Dreißig, hatte bereits ein ziemlich
aufregendes Leben hinter mir und fing nach dem Sturz gerade mit dem zweiten an.
Leben, nicht Buch. Mir war der Lesestoff ausgegangen und das Internet steckte
auch noch in den Kinderschuhen, zum Fernsehprogramm muss ich wohl nichts sagen.
Also habe ich damit begonnen, mir meine eigenen Geschichten zu schreiben.
Und weil ich so viel Zeit hatte, konnte ich sie auch immer wieder überarbeiten,
ändern, verbessern und mich in die Figuren verlieben. Das ist ganz wichtig,
finde ich. Man muss die Leute mögen mit denen man viele Monate seines Lebens
verbringt. Auch die dunklen Charaktere.
Das fertige Manuskript kam recht bald in die Schublade und erblickte nur deshalb
ein zweites Mal das Licht der Welt, weil ich Jahre später leichtsinnigerweise
einem Verleger davon erzählte. Er sagte: „zeig mal her“, und so fing alles an.
Heute bin ich davon überzeugt, es wäre nie etwas draus geworden, hätte ich schon
immer Schriftstellerin werden wollen.


weitere Bücher:







( mit Alt & Neuauflage der Cover)
Welche Autorin würde sich nicht auch solche tollen Cover wünschen :)

Konnten Sie in Frankreich, Großbritannien und Griechenland genügend
Inspirationen sammeln?

Ins Ausland bin ich – vor dieser unglücklichen Begegnung mit dem Pferd – aus
beruflichen Gründen gegangen und es war ziemlich aufregend in anderen Ländern zu
arbeiten, neue Landschaften, Kulturen und Menschen kennenzulernen. Das hat meine
Sicht auf das Leben wesentlich mitgeprägt. So gesehen gehört diese Zeit
sicherlich zu den eindrucksvollen Phasen meines Lebens. Aber Inspiration findet
man eigentlich überall, wenn man nur genau hinsieht.

Wie gehen Sie mit Ihrer Bekanntheit um? Schreiben Sie regelmäßig Autogramme?

Zum Glück sind Schriftsteller keine Pop- oder Filmstars. Deshalb merkt man im
Alltag wenig von der „Bekanntheit“. Sie bringt mir nicht einmal einen besseren
Tisch im Restaurant ein. Auf Messen oder bei Lesungen sieht es schon anders aus,
aber zum Glück ist niemand vor mir schreiend zusammengebrochen, oder so. [lacht]
Manchmal bekomme ich sehr nette Mails, in denen mir Leser schreiben, was ihnen
an meinen Büchern gefällt oder sogar, dass ihnen die Lektüre in einer
schwierigen Lebensphase Entspannung gebracht und gut getan hat. Das ist
wunderbar. Selbstverständlich freue ich mich auch sonst über ehrliches
Interesse, gebe gern Autogramme und beantworte Fragen. Das Wichtigste sind aber
meine Geschichten und nicht mein Privatleben.

Dieses Bild stammt von einer Leserin.


Welche ist Ihre Lieblingsromanfigur und warum?

Ach, da bin ich ziemlich flatterhaft. Die Helden in meinen Geschichten kann ich
mir ja immer ein bisschen so hinbiegen wie ich sie am liebsten hätte. Natürlich
müssen sie trotzdem noch zur Geschichte passen und nicht alles an ihnen ist
durchweg sympathisch, doch anderenfalls wären ja sogar die Engel unter ihnen
unglaubwürdig. Meine Lieblingsfiguren sind meistens die, mit denen ich gerade
arbeite.

Wird es in Zukunft von Ihnen noch weitere Werke geben? Wenn ja, könnten Sie uns
schon einen kleinen Einblick geben?

Ich hoffe sehr, noch viele Geschichten aufschreiben und veröffentlichen zu
können. Die nächste wird wieder bei Heyne erscheinen und meine Engel-Reihe
fortführen, in der kürzlich die Novelle »Himmelsschwingen« erschienen ist. Sehr
viel darf ich über das neue Projekt noch nicht sagen, aber ich kann schon mal
verraten, dass meine Lieblingsfigur bereits in »Flügelschlag« eine höllisch
wichtige Rolle spielte und jetzt wieder seinen Charme spielen lässt, um eine
ausgesprochen reizvolle sowie rätselhafte junge Frau für sich zu interessieren.



Buchrezensionen von Glimmerfee:


Ich bedanke mich bei der Autorin für das Interview. 

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