Montag, 1. August 2011

Cornelia Franke - "Timmy und die Allergomörder"

 Jetzt habe ich eine schon recht bekannte Autorin gefunden, die zeigt mit Hilfe von viel Arbeit kann man mit seiner Leidenschaft auch viel erreichen! Cornelia Franke macht es vor und schafft es in nur wenigen Monaten zur 2. Auflage ihres Buches...


Timmy und die Allergomörder“ ist dein erstes Buch, worum geht es genau?

Ja, Timmy ist mein erstes Buch. Dabei geht es um Timmy, der an seinem zwölften Geburtstag in die Stadt Onnipolis zieht, um bei seinem Onkel leben. Da er nicht mehr wie ein Kind behandelt werden möchte, schwindelt er bei seinem Alter. Das Problem ist jedoch, dass in Onnipolis jeder Bürger ab Vierzehn einen Beruf ergreifen muss – ganz egal welchen. So stößt Timmy auf Berufe wie Briefmarkenkleber oder Gabelschleifer, aber auch auf die Attentate der Allergomörder. Timmy muss das Geheimnis der Allergomörder aufdecken, denn er vermutet, sein Onkel hat etwas mit diesen Männern zu schaffen.

Das Buch dreht sich hauptsächlich um Timmys Wunsch, eine neue Familie zu haben, und was er dafür tun würde. Aber auch darum, wie wichtig es ist, eigene Entscheidungen zu treffen.

ISBN: 978-3-86196-019-5
Taschenbuch 
256 Seiten
11,50€
Das Buch ist schon in der 2. Auflage!



"Ich habe ein Lieblingszitat von Christopher Paolini, das mich durch einige Momente geführt hat, in denen ich am liebsten alles hingeworfen hätte: Persistence is one of the most valuable skills an author can have, and also one of the hardest to earn.

Ansonsten: Dream – Dare – Do. Habe einen Traum, traue dich, ihn zu verwirklichen, und lebe ihn."

Und man sieht die Autorin ist fleißig :)

Wie bist du zum Schreiben und auf diese Idee gekommen? Gerade die unterschiedlichen und ausgefallenen Berufe zeigen dass du sehr kreativ sein musst!

Ich habe bereits mit vierzehn Jahren angefangen zu schreiben, da ich nicht mehr auf Fortsetzungen meiner Lieblingsbücher wie Harry Potter oder Eragon warten wollte. Daraus entstanden bald eigene Geschichten, die mit der Zeit länger und länger wurden.

Die Idee zu Timmy kam mir und meinem Mann relativ spontan. Wir haben eines Abends darüber diskutiert, warum man Bienen nicht dressieren kann und im Laufe des Gesprächs sind die Allergomörder entstanden. Für alle, die das Buch nicht gelesen haben, das sind Auftragsmörder, die ihre Opfer anhand von Allergien ausschalten. Da meine Schwiegermutter sehr viele Allergien besitzt, bin ich auch relativ versiert in diesem Thema und dann brauchten wir nur noch einen Ort, an dem sie nicht auffallen: Onnipolis, die Stadt der kuriosen Berufe.

Du bist mit deinem Buch nun schon in der 2. Auflage, was bedeutet das für dich?

Es ist ein Beweis dafür, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat, und das meinen Lesern das Buch gefällt. Etwas Besseres kann es kaum geben, oder? Zeitgleich ist es aber auch ein Ansporn, die dritte Auflage zu erreichen.

Du hast ja nun schon viele Lesungen gehalten, ist dir dabei mal etwas lustiges passiert? Gab es einen besonderen Moment oder anfangs vielleicht Ängste?

Oh ja, es gab viele Momente, in denen wir herzhaft gelacht haben. Zum einem ist es absolut überraschend, welche kuriosen Berufe sich Kinder ausdenken. Vom Kaktusentstacheler, Nasenrümpfer, und Weltbeherrscher war alles mit dabei. Aber die lustigste Lesung war die, in der zwei Jungs angefangen haben, meinen Text pantomimisch zu begleiteten. Sie haben sich in die Mitte des Lesekreises gestellt und improvisiert, während ich las. Ich konnte mich kaum konzentrieren, so genial war das!
Am Besten man schaut einfach unter
http://www.corneliafranke.org/timmy-und-die-allergomorder/lesungen/nach, dort habe ich zu jeder meiner Lesungen einen Bericht verfasst, sonst rede ich nur noch stundenlang.
Aber ich bin auch voller Vorfreude, welche Momente mich im nächsten Schuljahr erwarten, wenn meine Lesereise in die zweite Runde startet.

Himmel, vor meiner ersten Lesung wäre ich fast umgekippt! Ich bin immer schüchtern gewesen und auf einer Bühne etwas vorzutragen war in der Schule immer ein Graus. Aber wenn man dann vor 80 Schülern steht, die sich alle dazu entschieden haben, meiner Geschichte zu lauschen – da vergisst man jede Angst. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, vor Klassen vorzutragen und auch meine Nervosität ist verschwunden; eigentlich die perfekte Heilungsmethode.
Es ist immer besonders, wenn Kinder nach der Lesung noch bleiben, um mit mir über das Buch zu diskutieren oder sich für den schönen Tag bedanken. Ausrufe wie „Timmy ist mein neues Lieblingsbuch!“ erwärmen einfach das Herz.
Als neue Schriftstellerin wird man nicht reich von seinen Büchern, aber man wird beschenkt mit besonderen Momenten, Glücksgefühlen (z.B. wenn man von großen, strahlenden Augen angesehen wird) und dem Wissen, dass man seine Zuhörer für eine Zeit lang mit in seine Welt geführt hat.

Hast du ein paar Tipps die du Schreibbegeisterten die ebenfalls ein Buch veröffentlichen wollen geben kannst?

1. Niemals aufgeben. Fast jeder Dritte in Deutschland schreibt hobbymäßig oder beruflich. Da ist es verständlich, dass Verlage mit Manuskripten überschwemmt werden. Man sollte nicht wegen Ablehnungen verzweifeln, sondern immer weiter machen.
2. Kritik an sich heran lassen. Ich habe mich mit vielen Jungautoren unterhalten und diese sind stets der Meinung, dass ihr Text der beste ist, den es gibt. Das kann natürlich stimmen, aber Schreiben ist ein Handwerk, das man sich über Jahre aneignet. Es wird immer einen Weg geben, Gefühle besser darzustellen, oder eine Szene dramatischer zu schreiben. Daher sollte man konstruktive Kritik nicht verschmähen und sich über jeden Tipp freuen.

Wäre das dein Berufswunsch?

Eines Tages von meinen Büchern leben zu können, wäre natürlich ein Traum. Falls es nicht klappen sollte, würde ich gerne als Lektorin arbeiten oder allgemein in einem Verlag. Dafür studiere ich zurzeit Literaturwissenschaften und probiere mich zum ersten Mal als Herausgeberin einer Kurzgeschichtenanthologie mit dem Thema „Weil wir Mädchen sind“.

Werden wir in Zukunft noch mehr von dir zu lesen bekommen?
Ja, natürlich. In diesem Herbst erscheint meine Kurzgeschichte in der Anthologie „Mittendrin – Der Laubkönig erzählt“. Dazu stehen die Pläne für eine neue Veröffentlichung im ersten Quartal 2012. Da kann ich leider noch nicht mehr verraten, außer dass es eine Vampirparodie wird.

Ich bedanke mich bei der Autorin für das Interview und hoffe dass ich bald von der 3. & 4. Auflage hören werde!

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